Nach Oben

Der Gartenbauverein Bodenkirchen feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Gründungsfest vom 24. – 26.Oktober. Da wurde es höchste Zeit beim Heimat- und Gartenbauverein Haunzenbergersöll um die Übernahme der Patenschaft anzuklopfen. Doch allzu leicht machten es die Söller den Bodenkirchnern nicht, letztendlich konnten sie aber nicht nein sagen und freuen sich schon auf die gemeinsamen Festtage.

Anlässlich des jährlichen Schnitzelessens wie der 1. Vorsitzende der Haunzenbergersöller Gerhard Weindl sagte, waren die Mitglieder des Haunzenbergersöller Heimat- und Gartenbauverein beim Hoamatwirt in Bodenkirchen, um einen geselligen Abend zu verbringen. Diese Chance nutzten die Bodenkirchner gleich aus und trugen ihre Bitte in Reimform vor. Um dem ganzen Nachdruck zu verleihen hatten sie auch einige Geschenke im Gepäck. So brachten die beiden Bodenkirchner Vorsitzenden, Alexandra Bücker und Dominik Götz neben einem Fass Bier auch noch ein frisches selbstgebackenes Brot, Geräuchertes, Honig, Süßigkeiten und einen Kräutertee mit. Doch so ganz überzeugt waren die Söller Gartler davon noch nicht ein solches Amt auf Basis der Geschenke zu übernehmen und beriefen eilig eine Vorstandschaftssitzung zur Beratung ein. Während dieser versuchten die Bodenkirchner noch einen Trumpf auszuspielen und brachten ihre Dorfschönste „Feli“ gespielt von Felix Götz, ins Rennen, die unter tosendem Applaus den Raum betrat und auch sofort in der Mitte zwischen den beiden Söller Vorständen Platz nehmen und fortan an den Verhandlungen teilnehmen durfte.

Nach kurzer Beratung stellte der 2. Vorsitzende der Söller und Moderator des Abends, Georg Schachtl, die beiden Vorstandschaften gegenseitig vor, anschließend ging es auch schon zum ersten Spiel. Es galt verschiedene Bäume und Sträucher anhand von mitgebrachten Ästen zu erkennen. Was sich anfangs noch recht einfach gestaltete, wurde immer schwieriger, konnte aber mit Jokern aus dem Publikum und dem Schirmherrn Erwin Fußeder souverän gelöst werden. Da ein Gründungsfest auch einiges an handwerklichem Geschick benötigt, galt es ein Hochbeet für die Jugendgruppe aus einem selbstgefertigten Bausatz zusammen zu bauen. Da im Eifer des Gefechts gleich mal die Bretter gemischt wurden, gestaltete sich die Aufgabe etwas schwieriger, konnte aber mit göttlichem Beistand und Unterstützung durch Pfarrer Markus Hochheimer und musikalischer Umrahmung von Johannes Montag doch noch zu einem erfolgreichen Ende geführt werden.

Um auch die Ausdauer der Bodenkirchner Gartler zu testen, stand das berühmte Scheitel knien an. Hier durfte auch „Feli“ mitmachen, die sich davor bestens um die Vorstandschaft des zukünftigen Patenvereins kümmerte und deren Trinkfestigkeit testete. Auch wenn man noch vergeblich versuchte, das Scheitel abzuhobeln, so brauchten alle ein Kissen unter den Knien, um für die kommenden Aufgaben gewappnet zu sein. Nachdem eine halbwegs gemütliche Position gefunden war, durfte jeder einen selbst gebrannten Schnaps von Gerhard Weindl verkosten und das Obst darin erraten. Dem noch nicht genug gab es danach einen Kräutertee für alle, der allerdings die empfohlene Ziehzeit um einige Stunden überschritten hatte und demnach einen sehr eigenen Geschmack entwickelte. Zuletzt wurde mit Pfarrer Hochheimer dann noch das Lied „Laudato si, o mi signore“ angestimmt und die Besucher zum Mitsingen und Klatschen animiert.

Da war man auch schon beim letzten Punkt angekommen, die Bodenkirchner mussten unter Beweis stellen, dass sie die Gäste zum Mitfeiern animieren konnten. Verkleidet als die 7 Zwerge, angeführt von Johannes Montag der sie auf dem Saxophon hereinspielte, musste der Festausschuss zusammen mit dem Schirmherrn und Pfarrer den Zwergentanz aufführen. Anschließend suchte sich jeder einen Partner zum Tanz aus und die Tanzfläche wurde immer voller, bis zuletzt fast alle Teilnehmer gemeinsam ausgelassen feierten und tanzten.

Nach all den erfolgreich gelösten Aufgaben waren sich alle einig, dass nach einem großartigen Abend die Patenschaft für das Fest übernommen werden kann. Den Bodenkirchnern fiel dabei ein Stein vom Herzen, endlich einen „Göd“ gefunden zu haben. Unter musikalischer Gestaltung von Pfarrer Hochheimer klang der Abend spät nachts beim Hoamatwirt aus und schrieb beiderseitig ein neues Kapitel Vereinsgeschichte.  

Erfolgreiches Patenbitten abgehalten

Zum 100-jährigen Gründungsfest steht nun auch der Göd fest

Sehr lang gezogenen Kräutertee mussten (v.l.n.r.) Annabel Götz, Felix "Feli" Götz, Dominik Götz, Schirmherr Erwin Fußeder, Alexandra Bücker und Joanna Bonder-Jenczmionka auf dem Scheitel knieend trinken.